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Historischer Überblick

Butzow, erstmals urkundlich 1208 erwähnt, hat im Verlauf der Jahrhunderte viele Wandlungen und Veränderungen über sich ergehen lassen müssen. Schon die Namensschreibung wechselte von: Buzow (1208), Butzouwe (1335), Bukschow (1375), Buczow (1420), Bützow (1459), zu dem heutigen Butzow. Der 30jährige Krieg (1618-1648) brachte Butzow, wie vielen Dörfern der Umgebung, die völlige Vernichtung. Nur mühsam konnten die verlassenen Hofstellen wieder besetzt werden.

Um 1840 werden 29 Wohnhäuser genannt. 1860 werden neben einer Getreidemühle auch eine Ziegelei genannt. 1903 erhält Butzow Anschluß an die Westhavelländische Kreisbahn. Damit setzt eine wirtschaftliche Entwicklung ein, die ihren prägnantesten Ausdruck im Abbau von Sand und Kies durch die Fima Rengel in Radewege findet; die "Butzower Alpen" entstehen.

Nach der Errichtung einer Dampferanlegestelle in den 20-er wird Butzow ein beliebigtes Ausflugsziel für die Brandenburger. Zwei Gaststätten, die "Butzower Alpen" und die Landschaft um den Beetzsee laden dazu ein.

Mit dem Ende des II. Weltkrieges 1945 verändern sich die Lebensbedingungen auch in Butzow. Einerseits sind Opfer des Krieges aus der Bevölkerung zu beklagen; andererseits gibt es Opfer unter den russischen Kriegsgefangenen und unter den deutschen Soldaten, die auf dem Friedhof in Butzow beigesetzt wurden.

Im Ergebnis des Potsdamer Abkommens kommen auch viele Umsiedler aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten in das Dorf. Damit beginnt der Prozeß des Rückgangs des Niederdeutschen, das als Umgangssprache allgemein gesprochen wurde.

1954 wird eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft "Freundschaft" gegründet, von ihr werden nicht nur die Äcker der Mitglieder bewirtschaftet, sondern auch die Flächen der herrenlosen Bauernhöfe.

1960 schlossen sich noch 8 Mitglieder zu einer LPG Typ 1 zusammen, die später mit der LPG Typ III vereinigt wurde. 1964 arbeiteten bei rund 430 Einwohnern des Dorfes rund 100 in der Landwirtschaft.

1969 wurde die Eisenbahn stillgelegt, damit endete auch der Sandabbau in Butzow.

1990, die Wende hinterläßt deutliche Spuren. Die Bedeutung der Landwirtschaft für das Leben der Bürger geht rapide zurück. Ein Bauer bewirtschaftet die Flächen der Gemeinde; die Tierhaltung geht endgültig 1999 zu Ende. Neue Tätigkeiten werden im Tourismus gesucht. 1992 wird Butzow Sitz des Amtes Beetzsee, in dem 14 Gemeinden zusammengeschlossen sind.

 

 

Quelle: Postdam-Mittelmark