Butzower Kirche

Die repräsentative neoromanische Kirche mit ihrem ca. 26 m hohem Westturm befindet sich auf einer leichten Anhöhe im Ortszentrum. Der heutige schlichte Putz-Ziegelbau mit eingezogenem Turm entstand 1879 anstelle eines baufälligen mittelalterlichen Vorgängerbaus. Seine Reste sind innerhalb des aufgehenden Mauerwerks der nördlichen und südlichen Langhauswand der heutigen Kirche gut erkennbar. Zum Vorgängerbau der Kirche sind bis heute nur äußerst spärliche Informationen vorhanden.
Die Butzower Kirchengemeinde stand unter dem Patronat des Brandenburger Domkapitels. Da das Patronat zu jener Zeit endete und Butzow für seine damaligen Verhältnisse große Bevölkerungszuwächse auf Grund industrieller (u. a. Ziegeleien in der Umgebung) und landwirtschaftlicher Entwicklung hatte, sah man einen größeren Neubau als sinnvoll an. In der Gründerzeit wurden unzählige Kirchenneubauten vorangetrieben, auch um das deutsche Selbstverständnis einer Weltmacht zu artikulieren. Schließlich wurden soeben Kriege gegen Frankreich, Dänemark und Österreich gewonnen, das Deutsche Reich 1871 gegründet.
Die Butzower Kirche mit ihren bescheidenen aber wirksamen Akzenten hat die Besonderheit, dass sie noch in ihrem Ur-Zustand von 1879 besichtigt werden kann. Das Inventar aus der Zeit der Erbauung existiert in vollem Umfang. Dieser Umstand ist den anderen Kirchen der Region nur noch äußerst selten gegeben.
Die Orgel wurde 1880 von der Firma C. Gesell (später Schuke) aus Potsdam gebaut. Die Glocken des Vorgängerbaus entstanden im 17. Jahrhundert und wurden in den Neubau integriert. Um 1907 erfolgte der Einbau der Turmuhr von der Firma Weule aus Bockenem.